MIR IST DIE WELT ABHANDEN GEKOMMEN

Montag, 10. Mai 2021, 20.00 Uhr

Südpol mittlere Halle

 

Hanspeter Frehner – Musik

Zenta Haerter – Choreographie

 

Mit dem

«Ensemble Kondensator»
Hanspeter Frehner, Flöten
Tobias Meier, Saxophon/Orgel
Philipp Schaufelberger, E-Gitarre
Sebastian Hofmann, Perc./Electronics
Nicola Romanò, Violoncello

 

 

Ich bin der Welt …
… abhanden gekommen,
Mit der ich sonst viele Zeit verdorben,
Sie hat so lange nichts von mir vernommen,
Sie mag wohl glauben, ich sei gestorben!
Es ist mir auch gar nichts daran gelegen,
Ob sie mich für gestorben hält,
Ich kann auch gar nichts sagen dagegen,
Denn wirklich bin ich gestorben der Welt.
Ich bin gestorben dem Weltgetümmel,
Und ruh’ in einem stillen Gebiet!
Ich leb’ allein in meinem Himmel,
In meinem Lieben, in meinem Lied!

 

Friedrich Rückert

 

 

Hanspeter Frehner schrieb frei über das Gedicht «ich bin der Welt abhanden gekommen» von Friedrich Rückert (1788-1866) eine Reihe kleiner Musikfragmente und arangierte diese zu einer suitenartigen Form. Freie Improvisationen als Intermezzi verbinden diese Miniaturen. Freie Soli kontrastieren auskomponierte Monodien. Alles bleibt offen formuliert: das Stück kommt aus dem Nichts und das Ende verliert sich im Nichts. Die Choreografin Zenta Herter schreibt zum dialogischen Tanz: «Ein jugendlicher bis reifer Charakter, der sich nicht findet, nicht gefunden hat in der Gesellschaft. Wie fühlt sich das an? Was für Empfindungen spülen an die Oberfläche? Solchen Fragen gehen wir in / kraftvoll zarten Bildern nach, teils choreografiert, teils improvisiert im Dialog mit der Musik entstehend.».