30. Oktober 2018

 

Das atmende Klarsein

Vokalensemble Zürich

 

Lukaskirche Luzern
20.00 Uhr

 

Keiko Enomoto, Sopran
Carmit Natan, Sopran
Svea Schildknecht, Sopran
Franciska Näf, Mezzospran
Ulrike Andersen, Alt
Urs Weibel, Alt
Reto Hofstetter, Tenor
Jean Knutti, Tenor
Christophe Gindraux, Tenor
Othmar Sturm, Bariton
Eric Chopin, Bass
Jean-Christophe Groffe, Bass
Matthias Ziegler, Bassflöte
Germán Toro Pérez, Klangregie
Peter Färber Tontechnik
Peter Siegwart, Leitung

 

Programm

 

Giacinto Scelsi 1905 – 1988

Angelus aus «Tre canti sacri» (1958)
für 6 Solostimmen

 

Matthias Ziegler *1955

... una volta già gli ero stato ... (2018, Uraufführung)
Eine musikalische Szene für Bassflöte solo nach dem Gedicht «Girovago» von Giuseppe Ungaretti und nach der ‹Scala enigmatica› Giuseppe Verdis

 

Giuseppe Verdi 1813 – 1901

Ave Maria sulla Scala enigmatica
aus «Quattro pezzi sacri» (1889/rev. 1897) für 4-stimmigen Chor

 

Luigi Nono 1924 – 1990

Das atmende Klarsein (1980/83)
für kleinen Chor, Bassflöte und Live-Elektronik
Textzusammenstellung von Massimo Cacciari unter Verwendung von Fragmenten aus Rilkes Duineser Elegien und aus alten orphischen Blättern

 

Giovanni Croce 1557 – 1609

Dialogo de Chori d’Angeli
aus Liber secundus Gemmae Musicalis, Gardano 1586

 

Das atmende Klarsein von Luigi Nono ist Durchbruch und Schlüsselwerk auf dem Weg hin zu seinem späten Schaffen. Es ist eine aus der Stille wachsende, beinahe ferne Musik über ein Labyrinth verzweigter und historisch weit auseinanderliegender Texte von Rilke und aus antiken orphischen Hymnen, zusammengestellt von Massimo Cacciari, dem Philosophen und Freund Luigi Nonos.

 

... nach spätem Gewitter ... das atmende Klarsein

 

Der Kontext eröffnet ein weites Feld. Die eine Ebene beschwört den ‹Engel›, jenes «stärkere Dasein» (Rilke), jenes Wesen, «dem die himmlischen Dinge anvertraut sind» (Cacciari): Scelsis früher Angelus – eine Musik gewordene, hell leuchtende Ankündigung –, Verdis spätes Ave Maria – eine ‹sciarada› (Rätselspiel) über einer geheimnisvollen Skala – und Croces Dialogo de Chori d’Angeli – eine Raumund Zeitöffnung zurück in die polyphone Weite der italienischen Renaissance.

 

Die andere Ebene lässt als Subtext ein Gedicht von Giuseppe Ungaretti einfliessen: Matthias Zieglers neues Werk, eine Szene für Bassflöte solo, greift die musikalischen Strukturen der Werke von Scelsi und Verdi auf, führt sie weiter und schafft zugleich eine Brücke hin zu Nonos Werk.

 

... Cerco un paese innocente – ... ich suche ein unschuldiges Land

 

PDF Programm

 

Türöffnung 19.45 Uhr

Reservationen: / 041 220 23 69

 

Eintritt:

Für die FNML-Konzerte beträgt der Eintritt in der Regel Fr. 25.– / Fr. 15.– Fr. 10.– mit Kulturlegi.
Die Mitglieder bezahlen für jedes Konzert des Forums Neue Musik Luzern einen reduzierten
Eintritt von Fr. 10.–.

 

Weitere Infos: forumneuemusikluzern.ch oder Geschäftsstelle