Klangraum - Raumklang



In seiner 36. Saison zeigt das Forum Neue Musik Luzern, wie Innovation und Kontinuität einander
beflügeln können: Klangräume - Raumklänge als übergreifende Hörperspektive und die
Bespielung ungewöhnlicher Räume greifen zurück auf die Kernideen des Forums. Gleichzeitig
treiben diverse Konzertformate spielerisch die Kollaboration als Leitfaden der Erneuerung auf
verschiedensten Ebenen voran.


© Damian Domes

Ensemble Semblance - Liverté

25.03.2026 - 15:00

Neubad, Bireggstrasse 36, 6003 Luzern

https://semblance.fr/

https://neubad.org/node/9128

Habt ihr euch schon mal gefragt, wie Papier klingt? Nein, nicht nur das Knistern oder das Umblättern, sondern richtige Musik aus richtigem Papier?
Liverté ist ein Musik-Abenteuer für Kinder und Erwachsene, bei dem Bücher und Papier nicht nur gelesen, sondern gespielt werden. Ob mit Instrumenten oder Papier, mit oder ohne Elektronik; vier ganz unterschiedliche Stücke laden uns ein, ins Hören einzutauchen. Gemeinsam wird ausprobiert, wie Klänge entstehen, wie man aufeinander hört, wie man sich ohne Worte verständigt – und wie aus all dem ein musikalisches Miteinander entsteht.

Auf ein ca. halbstündiges Konzert folgt ein Workshop, bei dem wir gemeinsam Papiermusik als Papierorchester spielen.

Mitwirkende:

Corentin Marillier | Perkussion
Nora Vetter | Viola
Sara Constant | Flöten
Benjamin Coyte | Cello

Programm:

TAKEHISA KOSUGI (JPN *1938) micro 1 - für Papier und Mikrophon (1961)

JAMES O’CALLAGHAN (CA *1988) Reasons - für verstärkte Bücher und Elektronik (2012)

CATHERINE LAMB (USA *1982) line/ shadows - für Ensemble (2011)

FRANCESCO FILIDEI (IT/FR *1973) ercizio di pazzia II - für vier Performer und Noten (2014)

JULIE ZHOU (USA *1990) Scribble Scores - interactive installation for pen and paper (2019)

Ensemble Scapatella - en passant


15.04.2026 - 20:00

Altes Krematorium, Ibachstrasse 2, 6004 Luzern

en passant – zwischen Innen und Aussen, zwischen Erde und Himmel.

Der erste Teil des Projektes spielt sich im Freien ab, direkt vor dem Krematorium. Von dort führt ein Weg hinein in den Innenraum – eine begehbare Installation aus unterschiedlichen Bodenbelägen, die an einen Kneipp-Pfad erinnert. Jeder Schritt erzeugt Klang. Ein Spielensemble bewegt sich durch den Raum und bringt die Installation durch Gehen und Musizieren zum Klingen. Die Performance folgt einer musikalischen Komposition und einer dramaturgischen Idee: das Geheimnis dieses besonderen Ortes hör- und erlebbar zu machen.

Mitwirkende:

Maria Karrer | Violine, Stimme, Performance
Urs Weibel | Altus, Performance
Pius Strassmann | Blockflöten, Stimme, Performance
Urban Mäder | Stimme, Performance, Komposition
Peter Allamand | Gehwege

Etienne Nillesen - Snare Drum Solo


16.04.2026 - 19:00

Altes Krematorium, Ibachstrasse 2, 6004 Luzern

https://etiennenillesen.com/

Etienne Nillesen präsentiert ein aussergewöhnliches Soloprogramm – einzig mit der kleinen Trommel, der Snare Drum. Mit grosser Feinfühligkeit lotet er die klanglichen Möglichkeiten dieses vermeintlich einfachen Instruments neu aus: harmonische Nuancen, komplexe Texturen, Obertöne und überraschende psychoakustische Effekte entfalten sich zu einem intensiven Hörerlebnis.

Ein Konzert, das Grenzen verschiebt und neue Räume öffnet, das wohl aufschlussreichste Snare-Drum-Solo, das Sie je hören werden.

Verena Barié - Recordari


16.04.2026 - 20:15

Altes Krematorium, Ibachstrasse 2, 6004 Luzern

https://verenabarie.de

In Recordari erforscht Verena Barié die poetische und klangliche Vielschichtigkeit der Blockflöte: erweitert durch Präparationen, Umbauten und elektronische Eingriffe. Die vertrauten Klangfarben des Instruments werden verfremdet, dekonstruiert und in neue Kontexte überführt. Es ist eine Auseinandersetzung mit den vielfältigen Möglichkeiten der zeitgenössischen Musik und der Suche nach neuen Ausdrucksformen jenseits konventioneller Strukturen. Die präsentierten Werke regen dazu an, Gedankengänge zu erfrischen, musikalische Erinnerung im Raum zu erfahren und die klangliche Vielfalt unserer Welt zu entdecken.

Programm: 

Karlheinz Stockhausen | DE/FR |1928-2007 | Spiral | 1968
Anne LaBerge | NL *1955 | Away | 2008-17
John Cage | USA 1912-1992 | FOURsix | 1992
Igor C. Silva | NL *1989 | We live in a bubble | 2019
Wilma Pistorius | NL *1991| Dancing with the Inner Silence | 2020

tomorrow tribal quartet - tomorrow tribal


10.05.2026 - 19:00 Uhr

Kulturmühle Horw , Papiermühleweg 1, 6048 Horw

tommorrow tribal, als Auftragswerk des Collegium Novums im Jahr 2024 entstanden, ist ein explosiver und spielerischer musikalischer Rausch voller Überraschungen. Das musikalische Spiel des Quartetts steht für Risiko, das Unmittelbare – und gleichzeitig für das Nicht-Beliebige, für höchste Präzision.

Mitwirkende:

Brian Archinal | No-Input-Mixer, Vibrafon, Megafon, Perkussion
Gilles Grimaître | Klavier, Korg-Orgel
Sascha Armbruster | Sopransaxofon, Tubax
Lucas Niggli | Drums, Perkussion


Programm

Lucas Niggli | CH *1968 | Tomorrow Tribal | 2024

Trio Abstrakt - Modes of Fragility


10.05.2026 - 17:00 Uhr

Kulturmühle Horw , Papiermühleweg 1, 6048 Horw

https://trioabstrakt.com/

Modes of Fragility präsentiert Werke, die von Alberto Posadas für Trio Abstrakt komponiert und dem Ensemble gewidmet wurden, sowie ein neues Stück von Milica Djordjević. Das Programm reflektiert Transformation, Resonanz und die Schönheit, die in der Zerbrechlichkeit liegt.

In Posadas’ Kintsukuroi wird die japanische Kunst des Reparierens zerbrochener Keramik mit Lack, vermischt mit Gold, Silber oder Platin, gefeiert, wobei Unvollkommenheit zu einem zentralen Ausdruckselement wird. In Djordjevićs Werk evoziert sie das Anzünden eines Streichholzes in Zeitlupe, eine Geste, die eine Flamme entfachen oder in einem kurzen, schimmernden Licht verglimmen kann, in dem Verletzlichkeit und Schönheit nebeneinander existieren.

Beide Komponist*innen erforschen den Klang: Posadas durch seine präzise Untersuchung akustischer Phänomene und instrumentaler Resonanz, Djordjević durch ihre Auseinandersetzung mit Energie und Licht. Gemeinsam bieten ihre Werke komplementäre Perspektiven auf Erneuerung sowie auf das Ausdruckspotenzial von Unvollkommenheit und Vergänglichkeit.

Mitwirkende:

Salim(a) Javaid | Saxophon
Marlies Debacker | Klavier
Aleksandre Silva | Perkussion


Programm:

Alberto Posadas | ESP *1967 |Kintsukuroi | 2025
Milica Djordjević | SRB *1984 |Neues Werk | 2026, Schweizer Erstaufführung

Bruit Group for Music Creation - Third Space


25.05.2026 - 18:00 

Peterskapelle Luzern Kapellpl. 1a, 6004 Luzern

https://bruit-asso.org/

Für Third Space verbindet sich das Ensemble Bruit mit Richard Barrett und Milana Zarić für ein Programm, dass Komposition und Improvisation, Performance/Klangkunst und Jazztradition neu miteinander verknüpft. Dabei werden prägende Strömungen des 20. und 21. Jahrhunderts aufgegriffen und neu kontextualisiert.

Bruit – Group for Music Creation wurde 2021 von den Bieler Musikern Jonas Kocher und Gaudenz Badrutt gegründet. Das Ensemble erkundet klangliche Grenzbereiche, in denen akustische und elektronische Klänge in einen lebendigen Dialog treten. Grenzen zwischen Komposition und Improvisation werden aufgehoben, die Elektronik als gleichwertiges Instrument in den kreativen Prozess integriert.

Mit seiner vielfältigen Besetzung und offenen künstlerischen Leitung schafft Bruit einen einzigartigen Raum für experimentelle Musik, der sowohl national als auch international Beachtung findet.

Programm:

Cathy van Eck | CH/NL *1979
We Are Prepared | 2020/26 | UA der neuen Fassung | für Improvisator*innen, Stühle, Sensoren und Lautsprecher

Richard Barrett | NL/GB *1959 |
Milana Zarić | NL/RS *1977
Tell es-Sakan (Hill of Ash) | 2026 | UA für Ensemble

Patricia Bosshard | CH*1965
Les Aubes | 2026 | UA für Ensemble

Anthony Braxton | USA *1945
Compositions 402+50 | 2017/1975 | für Ensemble und Zwei Elektroniker


Mitwirkende:

Jonas Kocher | Akkordeon
Gaudenz Badrutt | Elektronik
Martina Brotbeck | Violoncello
Susanne Peters | Flöte
Estelle Beiner | Violine
Stephen Menotti | Posaune
Richard Barrett | Elektronik
Milana Zarić | Harfe